5.4 Mit klarem Blick in die Veränderung

5.4 Mit klarem Blick in die Veränderung

Nie würde es dir in den Sinn kommen, mit einer verschmierten Brille zu lesen. Doch in etwa so fühlen sich viele Unternehmer in ihrem Alltag, weil der klare Blick fehlt. In dieser Folge lernst du deinen Blick zu schärfen, damit du in kommenden Veränderungen schneller und erfolgreicher handeln kannst.

Veränderungen kommen und gehen, sei es in der Natur sowie in deinem Unternehmen. Richtig anstrengend und teuer wird es allerdings, wenn du von Veränderungen überrollt wirst und sie dich dauernd zwingen, reaktiv anstatt aktiv zu handeln. Vor allem, wenn das Unternehmen schon älter ist und sich in den nächsten Jahren eine Nachfolgeregelung abzeichnet, hilft ein klarer und ehrlicher Blick. Und zwar innerhalb sowie außerhalb des Unternehmens. Wie oft lesen wir, dass die Belegschaft geschockt war, weil das Unternehmen an die Konkurrenz verkauft wurde? Oder mit einem Unternehmen fusioniert hat, das man bis dahin als Feind betrachtet hatte, weil diese eine komplett andere Philosophie verkörperten? Dabei beginnen die Probleme mit den Veränderungen meist schon früher. Dann nämlich, wenn die Belegschaft, vor allem das Führungsteam, absolut im Dunkeln darüber gelassen wird, wer beispielsweise das Unternehmen in zehn Jahren führen wird. Jeder weiß zwar, dass der jetzige Chef nicht nochmals zehn Jahre tätig sein wird, doch das Thema wird verdrängt, und es wird „der Mantel des Schweigens“ darüber ausgebreitet. Es gibt sogar eine noch grausamere Methode als Veränderungen totzuschweigen: Falsche Versprechungen abgeben. Die Enttäuschung danach ist noch verheerender als keinen klaren Blick zu haben.

So ist es mir ergangen, als man mich als offiziellen Nachfolger eines Patrons gehandelt hat. Mitarbeiter wie Kunden waren stolz mit uns zusammenzuarbeiten, da wir scheinbar weitsichtig handelten. Dumm war allerdings, dass das Versprechen des Patrons nicht dicht war, denn er konnte aus finanziellen Gründen zum versprochenen Zeitpunkt noch gar nicht verkaufen. Seine finanzielle Lücke bis zur Pensionierung wäre zu groß gewesen. Dies wusste er bestimmt, als er allen sein Versprechen abgab. Er riskierte also die Enttäuschung in allen Reihen, in der Meinung, dass dies schon nicht so schlimm sei. Und er bis dahin die Anerkennung für seine Entscheidung genießen kann. In Wahrheit kappte er einen großen Anteil seines Vertrauenskontos.

Je mehr Vertrauen du als Unternehmer genießen kannst, desto besser also. Und Vertrauen gewinnst du, indem du Versprechen immer wieder und wieder einlöst. Und zwar intern wie extern. Es gilt also nur das zu versprechen, was du auch im Sinn hast, einzulösen. Und was hast du im Sinn? Dabei sind wir nun beim klaren Blick angelangt. Wir Unternehmer, oder auch Führungsverantwortliche, sind oft auf uns allein gestellt. Fast niemand klopft uns auf die Schultern. Wir sind Problemlöser und werden oft gerufen, wenn es schon richtig brennt. Dabei bleibt unsere Persönlichkeit meist auf der Strecke. Dies weil die Probleme vordergründig technischer Natur sind (Qualitätsprobleme, Lieferengpässe, Termine etc.). In Tat und Wahrheit führen oft persönliche Herausforderungen zu solchen Problemen. Ich halte es darum für unausweichlich, als gute Führungsperson an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Wenn du wachsen willst, neues erreichen und Grenzen verschieben magst, musst du dich zwangsläufig mit dir selbst beschäftigen. Dazu solltest du in der Agenda fixe Zeiten eintragen, die nur dir gehören. Die Mitarbeiter sollen das auch ruhig wissen. Auch, dass sie dich zu diesen Zeiten nur in absoluten Notfällen stören dürfen. Was du in der Zeit machst ist individuell ganz verschieden. Wichtig ist, dass du etwas tust, das dir großen Spaß bereitet. Ich gehe in den Wald spazieren, andere gehen joggen, meditieren, kümmern sich um die Kinder oder gehen in ihr Ferienhaus und arbeiten an der Umgebung rund ums Haus. Gut ist, wenn du alleine bist und daher weniger Ablenkung hast, so dass du dich mit dir beschäftigen musst. Das sollte mindestens einen halben Tag pro Woche in Anspruch nehmen können. Bei mir war das über ein Jahr der Mittwochnachmittag. Zuerst ging ich joggen, dann Golf spielen. Als ich jeweils jeden Mittwoch schneller oder besser werden wollte, musste etwas geändert werden. Denn diese Zeit soll nur dir gehören und vor allem sollte sie frei von Druck und Wettkampfgedanken sein. Also beschloss ich nur noch spazieren zu gehen, was für eine Erlösung! Als ich merkte, wie diese paar Stunden gut tun und meinen Blick fürs Wesentliche schärfen, beschloss ich, den Mittwochnachmittag zu streichen. Stattdessen gönne ich mir heute täglich Zeit. Und dank Hündin Elu sogar jeden Tag einen Spaziergang.

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Kapitel – Neuerfindung | 5.4 Mit klarem Blick in die Veränderung

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Bruno Aregger

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